Karate DO (der
Weg)
Karate beginnt
und endet mit Höflichkeit !
Gichin
Funakoshi schreibt in seinen Buch( Mein Weg)
Es gibt einen
buddhistischen Spruch, das jeder Ort ein Dojo sein kann, und das ist ein Spruch, den
niemand,
der dem Weg des Karate folgen will, vergessen darf.
Karate -Do ist nicht nur der Erwerb besonderer
Verteidigungsfähigkeiten, sondern auch das Meistern der
Kunst ein gutes und
ehrbares Mitglied der Gesellschaft zu sein.
Ich denke das
passt auch in der heutigen Zeit Karate als Lebensschule.
Wer andere
erkennt, ist gelehrt.
Wer sich
selbst erkennt, ist weise.
Wer andere
besiegt, hat Muskelkräfte.
Wer sich
selbst besiegt, ist stark.
Wer zufrieden
ist, ist reich.
Wer seine
Mitte nicht verliert, der dauert........
Das erste was
ein Karateka lernen muss, sind Stellungen, die
unbequem sind, deren Sinn man meist zunächst
nicht einsieht. Dann kommt das
langweilige Lernen der einzelnen Techniken im Kihon
(von einfach nach
komplexen, Grundschule)
Diese Zeit ist
sehr hart. Man muss sich andauernd selbst überwinden. Man
muss sich konzentrieren, mi
Verstand an die Techniken herangehen, sie
ausdauernd und selbstkritisch üben.
Schon das
allein ist eine harte Schule für den einzelnen. Sie fordert und entwickelt die
oben genannten
Bedingungen (Konzentration, Wille, Selbstkontrolle....) alles Eigenschaften , die uns auch im täglichem Leben
sehr von Nutzen sind.
Karate als
Lebensschule -
das wird im
richtigen Karatetraining schon in der Grundschule
deutlich. Erfahrungsgemäß
ist es so, das die Bösewichte, Schläger, die Karate nur zu offensiven Zwecken
lernen wollen den Sinn der harten Grundschule nicht einsehen Sie bekommen
monatelang keine
Zerstörenden, verletzenden Schläge gezeigt, sondern werden mit sinnlosen und unbequemen Stellungen
un
Bewegungen geplagt. Sie
springen meist schon nach einigen Trainingstagen wieder ab. (Und das ist gut
so)
Ich möchte das
hier noch einmal zusammenfassend ganz deutlich ausdrücken, dass im richtig
aufgefassten
Karatetraining keine Gefahr liegt. Sie kann nur im Missbrauch aus
materiellen Gründen liegen. Jemand, der
Geld mit der Sache verdienen will,
wird sie meist so schmackhaft wie möglich machen. ( Selbstverteidigungs
Schnellkurse)
Er wird selten
sagen, dass die Erlernung lange dauert, unbequem und hart sei. Wo das aber
wegfällt, fehlen
auch die erzieherischen Werte, und das Ganze wird gefährlich.
Die
erzieherischen Werte im wahren Karate sind sehr groß. Karate vermittelt durch
den
verantwortungsbewussten Karatelehrer eine sehr gute und gesunde
Lebenshaltung. Es kann wirklich zur
„Vervollkommnung des Charakters“ wertvolle
Dienste leisten. Der eigene Wille und Stärke des einzelnen
gehört dazu. Ich
habe in den vielen Jahren die ich Karate lehre ,
die für mich sehr beglückende Erfahrung
gemacht, das Schüler durch das Mondo ( Lehrergespräch) oder ganz einfach im Laufe
der Zeit durch den
Unterricht diesen Willen fanden.
Noch einmal,
Karate verlangt bereits in der Grundschule ein Verstehen und Durchdenken der
Menschlichen
und psychologischen Gegebenheiten und Gesetzmäßigkeiten, weiter
ein konsequentes selbstkritisches Üben
unter dem richtig verstandenen Motto:
Weniger ist mehr. Das alles sind Eigenschaften und Erfahrungen
deren Erlernung
und Aneignung uns besonders im täglichen Leben von Vorteil
sind. Mit dem Beherrschen
der eigentlichen Techniken fängt das richtige Karate
erst an. Erst wenn der Geist, unser Bewusstsein nicht
mehr
auf die bewegungsmäßige Ausführung der Techniken konzentrieren muss, ist er
frei.
Bereit für die
Anforderungen des Kampfes. Durch die
Beherrschung der Techniken,( im Schlaf ) ist unser
Geist im Kampf bereit, sich den wechselnden Situationen anzupassen. Erst
dadurch kommen wir zu dem
inneren Gleichmut gegenüber jeder möglichen
Situation. Wir wissen genau, Gleich, wie der Gegner angreift,
wir beherrschen
jede Abwehrtechnik traumhaft sicher. Dieser innere Gleichmut und damit ein
gesundes
Selbstgefühl sind auch gegenüber Alltags Situationen im Leben sehr
von Vorteil.
Ein Mensch
reift im Lebenskampf. Ein Mensch der durch einen harten Lebenskampf hindurch
musste, und
darin nicht zerbrach, ist Stark, ist weise und von innerer
Überlegenheit. Das gleiche Ziel hat das wahre
Karate im Auge. Durch den Kampf
gegen sich selbst ( in der Grundschule ) und später den Kampf mit dem
Gegner
( Kumite ) zu dieser Lebenshaltung hinzuführen.
Jemand der
nicht kämpft, den Kopf im Sand steckt, sich nicht mit den Ereignissen und
Dingen, die im
täglichen Leben auf uns einwirken, nicht (geistig)
auseinandersetzt, hat etwas von seinem Menschsein
aufgegeben.
Gespräche,
Diskussionen in der Schule, am Arbeitsplatz in Sportvereinen
( Zweikampf
des Geistes ) belebt den Geist und man nimmt am Leben teil.
Menschen die
sich nicht aufraffen, im dunkeln sitzen, (Ich spreche nicht, ich höre nicht
und ich sehe nichts)
bedeutet Stillstand Langeweile, Tod, vorwärts strebend
ist das Leben. Es ist sehr wichtig , auch in
der Freizeit
sich Ziele zu stecken, nicht mit dem Erreichten aufzuhören.
Weiter machen immer weiter machen, nach
vorne schauen.
Das Leben ist
ein Kampf und nur im Kampf wächst und reift der Mensch.
Es gibt in
Japan verschiedene Wege, die alle das Ziel haben, das Ich zu meistern
:
Judo = der Weg
des Nachgebens,
Kendo
= der Weg des Schwertes,
Aikido = der
Weg der Harmonie,
Kyudo
= der Weg des Bogens usw.
Bei allen
Künsten des Do wird weniger der sichtbare Erfolg ,
die messbare Leistung im Wettkampf angestrebt
als vielmehr der Sieg über sich
selbst, die innere Übung und Ausbildung des Charakters.
(
Der wahre Karateka erstrebt die Vervollkommnung
seines Charakters )
Der Erfolg im
Wettkampf ist nicht das höchste Ziel. Diese Erkenntnis ist in Gefahr :
Sehr viele
sehen Karate heute nur noch als Sport wie jeder anderen, wo nur die messbare,
sichtbare Leistung
zählt.
Mein Sensei sagte einmal zu mir, Karate ist eine sehr
tiefe Sache man kann zwar immer tiefer eindringen,
wird es aber nie ganz
ausloten können.
Manche sind
der Auffassung , sie können Karate, wenn sie nur
die Technik einigermaßen beherrschen
Noch einmal.
Mit der Beherrschung der Technik fängt das Karate usw. erst an .
Erst jetzt ist
der Geist frei. Die unbewusste Sicherheit der Körperbeherrschung führt zu
geistiger und
seelischer Ausgeglichenheit. Karate ist nicht ein Mittel , sich im Ernstfall verteidigen zu können,
sondern
vielmehr ein Weg ( DO ) zur körperlichen und
geistigen Meisterung des Ich s. Nicht ein Mittel, einen
anderen zu besiegen, sondern sich selbst.
Mit der
Beherrschung der Technik wird der Geist frei. Wenn jemand Autofahren oder
Tanzen lernt, benötigt
er anfangs seine ganze Aufmerksamkeit und
Konzentration. Schalten, Kuppeln, Spiegelblick usw. Er zählt
krampfhaft beim
Tanzen mit, links Seitenschritt usw. Später wenn er
die Technik beherrscht, kann er
nebenbei mit seinem Mitfahrer oder seiner
Tanzpartnerin plaudern und die Technik des Schaltens, Tanzens
läuft beinahe
unbewusst nebenbei ab.
Der Geist ist
frei und unbelastet.
Ein Geist wie
das Wasser
Der Geist soll
ruhig sein wie die Oberfläche eines stillen Teiches. Ruhig
und doch bereit, überall dort
abzufließen , wo es
gebraucht wird. Der Spiegel dieses ruhigen Wassers spiegelt auch alles, was in
seiner
Umgebung ist. Genauso erahnen wir die Absicht des Gegners, unser Geist
ist sofort da wie das Wasser und
lässt uns unbewusst reagieren.
Karate –DO
Der Weg der
Leeren Hand
( Die
Leere Hand ist wie heißes Wasser, wenn man diesem nicht unaufhörlich Hitze
zuführt, wird es wieder kalt.